How to Podcast – Teil 2

Im ersten Teil der How to Podcast Reihe ging es um grundsätzliche Begriffserklärungen, was ein Podcast überhaupt ist, wie man neue Podcasts findet und abonniert. In Teil 2 geht es um den Einstieg, wie man Podcasts selber produziert und welche grundsätzlichen Überlegungen man anstellen sollte.

Was brauche ich zum Produzieren von Podcasts?

Im Prinzip kann heutzutage jede/r selber Podcasts produzieren. Seien es Musiksendungen, Gesprächssendungen, Interviews oder Videoepisoden. Musiksendungen und Videoproduktionen seien hier erstmal ausgeklammert, da diese Formate wieder spezielle Anforderungen mit sich bringen.

recordingFür Audiopodcasts (Gespräche, Interviews, etc.) reicht schon ein Smartphone oder Laptop mit eingebautem Mikrofon und Aufnahmemöglichkeit. Die Qualität wird bei diesen einfachen Setups nicht die beste sein, kann aber zum rumspielen und sich mit der Technik vertraut machen ein erster Schritt sein.

Wer von Anfang an bereits etwas mehr Geld in die Hand nehmen möchte, besorgt sich einen mobilen Aufnahmerecorder. Da gibt es unterschiedliche Modelle und Hersteller. Allgemein beliebt sind die Recorder von Zoom (z.B.: der H4N oder H6), die relativ kompakt gebaut, leicht zu bedienen und sehr mobil sind. Vorteil hier ist, dass diese Recorder, neben dem eingebauten Mikrofon auch die Möglichkeit bieten bis zu 4 (je nach Modell) externe Mikrofone oder Headsets anzuschließen. Man bekommt also ein relativ gutes Basisprodukt, dass sich in Zukunft erweitern/verbessern lässt. Diese Lösung macht, wenn man das Ganze etwas regelmäßiger betreiben will, wahrscheinlich am meisten Sinn.

Eine weitere Möglichkeit ist, sich mit Mischpult, guten Mikrofonen und Kopfhörern bzw. Headsets auszustatten. Damit lassen sich natürlich die besten Ergebnisse erzielen. Das kann aber sehr schnell, sehr teuer werden, braucht auch etwas Einarbeitungszeit und ist schon weitaus weniger mobil.

Eine vierte Möglichkeit wäre, so wie wir es mit der Substral-Sendereihe bei Radio Helsinki machen. Im lokalen freien Radio senden und aufzeichnen und im Anschluss die Sendung als Podcast veröffentlichen. Vorteil man hat hier keine wirklichen Einstiegskosten und meistens relativ gute Qualität. Nachteil man kann zeitlich nicht ganz so flexibel sein und muss sich an Sendepläne halten.

questionmarkGenerell gilt: man sollte sich bevor man startet grundsätzliche Gedenken machen. Was will ich überhaupt machen? Will ich mobil sein mit meinem Equipment? Wieviel Geld will ich dafür ausgeben?

Da dies hier nur ein Einstieg sein soll, der ein paar Anregungen liefern soll, wird an dieser Stelle nicht weiter auf die Technik von Mikrofonen, Mischpult und Headsets eingegangen. Dazu gibt es an anderen Stellen im Netz tiefergehende Informationen. Zum Beispiel hier beim Lautsprecher – einem Podcast übers Podcasten.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Angenommen ihr wisst nun grob was ihr machen wollt, welches Audioequipment zu euch passt und ihr möchtet jetzt loslegen. Dann solltet ihr euch spätestens jetzt noch kurz Gedanken zur Veröffentlichung eures Podcasts machen.

creativecommonsEmpfohlen sei euch euren Podcast unter einer freien Lizenz (Creative Commons) zu veröffentlichen. Das handhaben wir im Spektral so und wird auch von vielen anderen Podcastern so gemacht. Damit stellt ihr sicher, dass alle euren Podcast hören und zumindest weiter verteilen können und ihr immer als Urheber des Werkes genannt werdet.

Beachtet auch, dass wenn ihr Inhalte anderer Leute (z.B.: Musik) in eure Podcasts einbaut und diese nicht unter einer freien Lizenz stehen, ihr in der Regel den Urheber um Erlaubnis fragen müsst.

Abgesehen von der technischen und rechtlichen Ebene solltet ihr auch eine ungefähre Vorstellung davon haben, was ihr machen wollt: Soll es ein seriöser Interviewpodcast oder eine spaßiger Plauderei werden? Wollt ihr das ganz alleine machen, zu zweit oder mit Gästen? Wollt ihr pro Folge ein einzelnes Thema behandeln oder das was euch gerade in den Sinn kommt und dann zum nächsten Thema springen?
Je nachdem welche Ziele ihr hier verfolgt, schadet es auch nicht mit einer gewissen Vorbereitung an die einzelnen Aufnahmen heranzugehen.

Wichtig für die Aufnahme an sich, ist auch der Aufnahmeumgebung. Nehmt ihr in einem Studio auf, sollten Störgeräusche und ein halliger Raumklang kein Problem sein. Nehmt ihr draußen auf, wäre es ratsam sich nicht direkt an die stark befahrene Hauptstraße zu stellen und aufzunehmen, sondern vielleicht eher einen ruhigen Platz im Park zu suchen.

Spielt einfach mal ein bisschen mit eurem Aufnahmeequipment herum und probiert es in unterschiedlichen Situationen aus. Ihr werdet dann relativ schnell merken, was geht und was nicht und ein Gefühl dafür bekommen, wann eine Aufnahme noch “gut genug” klingt.

Roundup

Damit wisst ihr nun was Podcasts allgemein sind, welches mögliches Equipment ihr euch anschaffen könnt und welche grundsätzlichen Überlegungen ihr anstellen solltet bevor ihr aufnehmt. Im 3. und letzten Teil geht es dann um die Post Production und die Veröffentlichung eurer Aufnahme.

Wenn ihr Fragen habt, irgendwas unklar ist oder ihr Ergänzungen habt, schreibt das am besten in die Kommentare!

[Bilder:
Aufnahme läuft by tobiasah, CC by nc sa 2.0
Question Mark, Ipswich, 13 December 2012 by omcoc, CC by nc sa 2.0
Creative Commons by nirak, CC by 2.0
]

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